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Unser Jahr im Weinberg- es gibt immer was zu tun

Der Rebschnitt
Sobald die Winterkälte den Rebstock zur Zurücknahme des gesamten Saftstromes bewogen hat und somit die Winterruhe der Reben eingetreten ist, können wir mit dem Schneiden beginnen. Hier setzen wir den ersten Schritt zum Stockaufbau und zur Ertragsreduktion und damit zur Hebung der Qualität. Die abgeschnittenen Rebtriebe werden meist unter Maschineneinsatz im Weinberg zerkleinert.Sie sorgen somit für eine natürliche Humusanreicherung des Bodens.

Das Biegen und Binden
Im Frühjahr ist im Weinberg Hochsaison. Wenn der Rebschnitt abgeschlossen ist, haben die Reben eine Rute mit 10 -12 Augen. Damit wurde der wichtigste Schritt hin zur Qualitätsweintraube gesetzt. Nun können wir die Ruten vorsichtig zum Draht biegen und anbinden.

Ausbrechen und Stammputzen
Mit den ersten Triebspitzen beginnt auch schon die Blattarbeit. Sämtliche Triebe, die direkt aus den Stämmen wachsen, werden nun sorgsam herausgeschnitten. Wenn die Triebe größer werden, heißt es Ordnung machen. Nur die schönen, festen Triebe bleiben stehen. Sie werden uns hochwertige Trauben bringen und dafür brauchen sie Platz und Luft.
Auch wird die Beerenhaut durch die direkte Sonnenenstrahlung dicker und lagert mehr Tannine und Inhaltstoffe ein. Die nachwachsenden Blätter erhalten eine höhere Photosynteseleistung und kommen so der Weinqualität zusätzlich zu gute. Ein zu dichter Laubbewuchs führt zu Krankheiten, weil die Traubenzone nicht gut belüftet ist und somit nach Regenfällen nicht rasch abtrocknen können.

Die Laubarbeiten
In der Wachstumsphase zwischen Juni und August wächst eine starke Laubwand im Weinberg heran. Sie wird durch das Heften der Rebtriebe schön locker und gleichmäßig verteilt in den Drahtrahmen eingefädelt. Eine gesunde, grüne Laubwand, ist für die Photosynthese und Assimilation in den Blättern sehr wichtig. Auch wird im späteren Verlauf die Höhe der Laubwand durch das Gipfeln der Triebspitzen begrenzt, damit sich die Kraft der Rebe auf die Trauben konzentrieren kann.

Die Weinlese
Kurz vor der Lese wird es spannend. Täglich fahren wir in die Weinberge und schauen uns die Reife der Trauben an. Mit Hilfe des Refraktometers können wir den Zuckergehalt bestimmen. Eine Kostprobe der Beeren zeigt uns die Harmonie im Geschmack und mit Blick und Biss auf Kerne und Schale bestimmen wir die Reife. Wenn wir mit der Reife zufrieden sind und auch noch Glück mit dem Wetter haben, wird endlich gelesen. All unsere Weinberge  Werden mit dem Traubenvollernter gelesen und in unserem Weinkeller schonend verarbeitet.

Keller - die zweite Werkstatt
Was für den Anbau gilt, muss sich bei der Vinifikation bewahrheiten. Mit Liebe zum Detail wird bei uns schon im Weinberg gearbeitet und so ist es für uns auch selbstverständlich, dass wir dies im Keller auch weiterführen. Gesundes Lesegut ist die Basis für einen guten Wein; denn guter Wein wird nicht erst im Keller erfunden, sondern im Dialog mit der Natur kreiert.
Bei uns ist diese Erkenntnis Praxis. Unsere Rotweine werden schonend nach traditioneller Maischegärung ausgebaut. Die Weissweine vergären sortenrein in kleinen Gebinden und werden im Frühjahr nach vollendeter Reife gefüllt; unseren Roten lassen wir allerdings noch etwas mehr Zeit, damit sie sich voll entfalten können.